Elbrus

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Elbrus, höchster Berg Europas und ein aus zwei Kuppeln bestehender ruhender Vulkan: Dem Westgipfel mit 5.642m und dem Ostgipfel mit 5.621m.

Der letzte Ausbruch fand um 50 n.Chr. statt. Auf dem Ostgipfel ist ein Vulkankrater von 250m Meter Durchmesser erhalten geblieben. Heute zeigt der Elbrus nur sehr schwache Anzeichen vulkanischer Aktivität, was sich im Austritt heißer Gase und zahlreicher Thermalquellen äußert. Dennoch kann er nicht als erloschen bezeichnet werden. Würde er wieder ausbrechen, käme es zu einem Abschmelzen der 145 qkm großen Eiskappe mit dramatischen Folgen.

In der Antike war der Elbrus bekannt als ”Strobilus”. Weitere Namen des Elbrus sind “König der Geister”, “Thron der Götter” und “Heilige Höhe”. Da er als heiliger Berg angesehen wird, galt eine Besteigung lange Zeit als tabu. Interessant ist auch die Namensgebung der Araber für ihn: Dschabal al-alsun (Berg der Sprachen). Siehe dazu auch hier:

Aber zunächst einmal, wie kommt man hin: Wichtigste Verkehrsachse, überhaupt eine der wichtigsten Straßen Europas ist die nördlich parallel zum Kaukasus verlaufende M-29. Eine meist vierspurige Magistrale, die von Rostov-am-Don über 1.400 km Länge nach Baku am Kaspischen Meer führt. Zwischen Rostov und Armavir soll sie mit ein paar hundert Kilometer Länge sogar die längste schnurgerade Schnellstraße Europas sein. An Geschwindigkeitsbegrenzungen hält sich auf dieser Straße niemand, viele fahren 130 km/h und mehr. Diese hohen Geschwindigkeiten werden deshalb gefahren um überhaupt vorwärts zu kommen. Radarkontrollen gibt es wenige und entgegen kommende Fahrer warnen einen frühzeitig. Aber es gibt mindestens alle 10 km eine Polizeikontrolle wo viele Fahrzeuge heraus gewunken und oft penibel untersucht werden. Hinzu kommen vollständige Kontrollsperren im Stil eines Grenzüberganges, wo jeder anhalten muss. Panzer am Straßenrand sind normal und sollten nicht abschrecken.

Ebenfalls an dieser Magistrale liegt der Ort Mineralnye Vody (=Mineral-Wasser), dem Zentrum des bedeutendsten Kurgebiet Russlands mit vielen sehr schönen Kurstädten. Eine schöne Stadt dort, welche sehr an deutsche Kurstädte erinnert, ist Kislovodsk. Ab Mineralnye Vody geht es dann auf der M-29 weiter Richtung Kabardino-Balkaria, einer eigenständigen Republik innerhalb Russlands. Am Grenzübergang sind sehr intensive Kontrollen, vor allem in Richtung Russland. Dort staut sich der Verkehr nicht selten über etliche Kilometer. Ab da beginnt auch überwiegenderweise islamisches Gebiet, und man sieht immer wieder eine Moschee zwischen den Häusern auftauchen.

Am Ort Baksan, benannt nach dem dort fließenden und am elbrus entspringenden Fluss, biegt man ins Baksan-Tal ab, welches direkt zum Elbrus führt. Das Tal ist ca. 100 km lang und wird beidseitig von beeindruckenden Berghängen eingesäumt:

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Vereinzelt fühlt man sich in den Wilden Westen versetzt: echte Cowboys die auf Pferden sitzend Rinderherden beaufsichtigten. Der Baksan selbst ist ein Wildwasserfluss, in den viele kleinere Flüsse und Bäche münden, deren Ufer und Grund vom dortigen Erzreichtum rotbraun gefärbt sind:

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Ein ganz besonderes Erlebnis sind auch die vielen Mineralwasserquellen. Das Wasser hat durch den sehr hohen Erzgehalt einen ganz besonderen Geschmack. Wenn man dort Wasser aus einer Quelle in eine Flasche abfüllt, bildet sich bis zum nächsten Tag roter Bodensatz und auch das Wasser ist rot. Ein besonderes Erlebnis ist es auch, draussen in freier Natur Wasser mit Kohlensäure (also echtes Sprudelwasser) direkt aus einer natürlichen Quelle zu trinken. Vielleicht liegt da einer der Ursachen, warum die ältesten Menschen der Welt aus dem Kaukasus stammen sollen.

Wegen des Erzreichtums gibt es auch eine (ziemlich öde, mit üblichen Plattenbauten versehene) Bergbaustadt an der Straße: Tyrnyauz, vor einigen Jahren durch einen fürchterliche Gerölllawine in weiten Teilen zerstört.

Die Region am Elbrus wird auch Nationalpark Prièl'brus'e genannt. Die kleinen Orte dort leiden sehr unter dem Touristenschwund. Der relativ nahe Unruheherd Tschetschenien und mangelnde Einkünfte zollen ihren Tribut. Bei den wenigen Touristen handelt es sich meist um wohlhabende Russen, die, wie man an den Kennzeichen sehen kann, auch den weiten Weg von Moskau (ca. 2.000km) mit dem Auto nicht scheuen, und sich primär zum Sommerskilauf auf dem Elbrus einfinden. Auch Abenteuertouristen aus dem Westen sind vereinzelt zu finden.

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Für den Besuch der Elbrus-Region empfiehlt sich entsprechende Wintergarderobe. Aber auch wer keine Wintersachen mitschleppen möchte muss nicht unbedingt verzichten. Im Tal und auf den Stationen gibt es viele einheimische Händler, meist Frauen, die ausgezeichnete dicke handgestrickte Schafswoll-Pullover anbieten. Beste Qualität für sage und schreibe nur 300 Rubel das Stück. Auch die anderen Sachen wie Hüttenschuhe etc. sind günstig und von guter Qualität. Sehr freundliche Menschen übrigens, die sich sichtlich freuten, einem Deutschen etwas verkaufen zu können.

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Ein Nachbarmassiv des Elbrus ist der nordöstlich vorgelagerte Tscheget,
mit immerhin auch 4.051m Höhe:

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