Fahrkarten

Nochmal: vor dem Kauf einer Fahrkarte muss man sich unbedingt darüber im Klaren sein, welche Art von Abteil, und welche Art von Bett man haben möchte. Denn das ist, neben dem gewünschten Reisetag, die erste Frage, die einem beim Fahrkartenkauf gestellt wird. Detaillierte Infos dazu hier:

Wichtig: Auch wenn eine russische Bahn-Webpage scheinbar das Online-Buchen von Bahnfahrten in Russland anbietet, dass ist aus dem Ausland heraus nicht derartig möglich, dass man dann zuhause tatsächlich eine gültige Fahrkarte am PC ausdrucken kann:

Der Kauf einer russischen Fahrkarte erfordert die sichtbare Vorlage des Reisepasses oder zumindest einer Kopie davon, was online schlechterdings nicht möglich ist. Die Angabe der Pass-Nummer, wie z.B. bei Flugtickets, reicht nicht aus. Ebenfalls nicht möglich ist es, seinen Pass zu scannen und davon eine Kopie zu schicken. Stattdessen basieren Online-Bestellungen für Fahrkarten darauf, dass die Fahrkarte später bei einem vorgegebenen Bahnhof oder Reisebüro gegen Vorlage des Reisepasses abgeholt werden muss. Unabhängig davon, dass dies eine u.U. unnötige Fahrt kreuz und quer durch Moskau erfordert, ist zudem nicht unbedingt gewährleistet, dass die Online-Buchung auch korrekt vorgenommen wurde, und dass das bestellte 2.Klasse Ticket mit Bett unten sich nicht auf einmal als “Platzkard”-Ticket mit Bett oben entpuppt.

Um dennoch eine Bahnfahrt von Deutschland aus buchen zu können, gibt es zwei Möglichkeiten:

Entweder man bittet einen Bekannten vor Ort, eine Fahrkarte für einen zu kaufen, und schickt demjenigen eine Kopie seines Reisepasses zu. Oder man wendet sich an ein hier ansässiges und auf Russlandreisen spezialisiertes (russisches) Reisebüro, welches einem eine richtige Fahrkarte ausstellen kann und darf. Es ist wirklich wichtig, sich dabei an ein “russisches” Reisebüro zu wenden, da “normale” hiesige Reisebüros mangels entsprechender Kontakte nach Russland damit überfordert sind.

Hat man endlich das ersehnte Stück in den Händen sollte man unbedingt kontrollieren, ob alle darauf befindlichen Angaben korrekt sind, um spätere böse Überraschungen zu vermeiden. Auch ohne Kenntnisse in der kyrillischen Schrift lässt sich so eine Fahrkarte mit ein wenig Übung lesen:

  1. Zugnummer, danach Datum und Abfahrtszeit des Zuges, es folgen Anzahl und Art der Ticket-und Platzreservierung (voll, Kind, Rabatt)
  2. Fahrtstrecke
  3. Buchungsinfo
  4. “Service-Line” für Fahrkarten-Verkauf
  5. Pass-Nummer, Nachname und Vorname des Fahrgastes.
  6. Die Gesamtkosten der Bahnfahrkarte, einschließlich Steuern, Versicherung und Bett
  7. Datum und Uhrzeit der Ankunft des Zuges am Zielort.
  8. Uhrzeit Abfahrt und Ankunft der Züge.

 

Wobei es nicht einfach nur eine einzelnen Fahrkarte ist, das gute Stück ist dreigeteilt, ähnlich herkömmlichen papiernen Flugtickts:

Der erste Abschnitt wird beim Betreten des Wagons, in welchem sich der gebuchte Sitzplatz befindet, dem für diesen Wagon zuständigen Zugbegleitpersonal gegeben. Vorne einsteigen und dann nach hinten durchlaufen, bis man in seinem Wagon und bei seinem Abteil angekommen ist: Das geht nicht ! Denn beim Einstieg werden Namen und Reservierung mit der Liste verglichen, welche dem Zugpersonal über die Fahrgäste gegeben wurde. Gleichzeitig wird durch Ausweiskontrolle geprüft, ob der auf der Fahrkarte angegebene Name mit dem Namen im Pass übereinstimmt. Womit so nebenbei auch deutlich wird, dass man in Russland mal nicht so eben kurz vor Abfahrt des Zuges auf die Schnelle noch eine Fahrkarte für einen reservierungspflichtigen Zug kaufen kann. Auf dem Photo unten kann man im Hintergrund gut die sich deshalb beim Einsteigen bildende Warteschlange erkennen:

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Ein russisches Pärchen vor “großer Fahrt”.
Es ist für einen Ausländer und insbesondere Deutschen sehr einfach,
schon vor Antritt einer Zugfahrt Kontakte zu Mitreisenden knüpfen zu können.

Der zweite Abschnitt der Fahrkarte wird bei der während der Fahrt erfolgten Fahrkartenkontrolle eingesammelt. Und der dritte Abschnitt ist für einen selbst, muss aber bei weiteren Kontrollen während der Fahrt, z.B. von der Miliz, immer griffbereit sein und vorgezeigt werden. Das ganze übrigens verbunden mit Ausweiskontrolle.

Bevor wir aber in den Zug einsteigen, sollten wir uns etwas Zeit nehmen und uns das ganz besondere Ritual im Bahnhof, auf den Bahnsteigen, aber auch vor einem Bahnhof anschauen, wenn jemand eine Fahrt mit einem russischen Fernreisezug antritt:

 

 

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