Militär

In einem Land, wo militärische Macht kein großes Problem darstellt, erhalten die dortigen Streitkräfte nur wenig Aufmerksamkeit, wie dies z.B. bei uns in Deutschland der Fall ist. In Russland sieht dies völlig anders aus. Es gibt nur wenige Tage, wo im russischen Fernsehen keine Szenen aus dem Großen Vaterländischen Krieg gezeigt werden. Es mag befremdlich klingen, aber wenn man insbesondere als Deutscher in Russland zu Besuch ist, hat man häufig den Eindruck, der Krieg läge gerademal drei Wochen zurück. Fährt man z.B. mit dem Zug durch die Lande und unterhält sich mit einheimischen Fahrgästen, kommt nach spätestens einer Viertelstunde das Thema auf den ollen “Gitler” (Russen können kein “H” aussprechen, weshalb fremdsprachige Wörter, die mit “H” beginnen, mit “G” am Anfang ausgesprochen werden: Gamburg, Gannover, Gawai, und eben halt der olle “Gitler”). Was nicht im Umkehrschluss bedeutet, dass es aufgrund des Krieges negative Vorurteile gegenüber Deutschen in Russland gibt. Das Gegenteil ist der Fall ! Man ist als Deutscher in Russland hoch angesehen. Was insbesondere damit zu tun hat, dass sowohl der russische Normalbürger wie auch die offizielle Politik schon zu Zeiten der Sowjetunion immer zwischen den Deutschen als Volk und der in Deutschland betriebenen Politik unterschieden hat. Hier gebührt sowohl dem russischen Volk wie auch der russischen Politik unser hoher Dank und Respekt !

Von frühester Kindheit an wird die russische Jugend über die Herrlichkeiten der sowjetischen Streitkräfte unterrichtet. Heutzutage nicht mehr üblich, erhielten zu sowjetischen Zeiten schon Kinder und Jugendliche als Pioniere eine rudimentäre militärische Grundausbildung. Der Status eines Veteranen ist hochgeschätzt. Zu öffentlichen oder zu besonderen privaten Anlässen sämtliche Orden, Medaillen und Ehrenzeichen zu tragen ist absolut selbstverständlich und sollte von Ausländern nicht negativ oder gar lächerlich kommentiert werden.

Stavropol ist eine bedeutende, zum sog. Südlichen Militärdistrikt gehörende Garnisonsstadt. Über Landstreitkräfte, Raketentruppen, Luftwaffe bis hin zu zahlreichen militärischen Schulen und Ausbildungsstätten (darunter sechs Militärhochschulen) ist in Stavropol und Umgebung so ziemlich alles vertreten. Ja, sogar eine Kadettenschule für Kinder und Jugendliche ist dort beheimatet. Nur die Marine fehlt dort.... :)

Insofern ist es völlig normal, in Stavropol an jeder Straßenecke Soldaten aller möglichen Waffengattungen und Dienstgrade zu begegnen. Wobei der unwissende Ausländer nur anhand der Uniform vielleicht nicht unbedingt zwischen einem Soldaten und einem Angehörigen der Miliz zu unterscheiden vermag, zu ähnlich erscheinen sie uns. Begegnet man in Stavropol (oder sonst irgendwo in Russland) einem Soldaten, so bekundet man ihm gegenüber den ihm zustehenden Respekt.

Gerade aber, weil es in Stavropol auch an belebten Hauptstraßen oder irgendwelchen Plätzen viele militärische Einrichtungen gibt, und diese auf den ersten Blick auch nicht unbedingt als militärische Einrichtung zu erkennen sind, sollte beim Photografieren unbedingt darauf geachtet werden, dass man nicht aus Versehen davon ein Photo macht. Insbesondere im Nordkaukasus ist man diesbezüglich höchst sensibel.

Worauf wir hier aber verweisen können sind ein paar offizielle Weblinks bzw. Photo-Pages von in Stavropol beheimateten militärischen Einheiten bzw. international zugänglichen Info-Pages von Wikipedia:

http://en.wikipedia.org/wiki/North_Caucasus_Military_District
Wikipedia: North Caucasus Military district

http://www.sovinformburo.com/organization/detail/?item_id=1435&type=0
Webpage der Stavropoler Militärschule für Raketentruppen
Interessante Page mit Informationen über Ausbildung und Zugangsvoraussetzungen

http://sgvs.stv.sudrf.ru/
Stavropoler Garnisons-Militärgericht

http://en.rian.ru/photolents/20090224/120269556_2.html
Photopage des in Stavropol beheimateten 247th Kaukasischen Kossaken Luftlandetruppen-Regiment

http://www.esp.mvdrf.ru/news/15484/
Photos von Schülern der Stavropoler Yermolov-Kadettenschule
in der offiziellen Webpage des Russischen Innenministeriums

 

Kein Problem ist es aber militärische Denkmäler zu photografieren, die sich überall in der Stadt befinden.
Wobei wir uns aber auch da eines im Web öffentlich zugänglichen Photos bedienten:

Copyright Photo:
http://www.airforce.ru/memorial/russia/index2.htm