Sicherheit

Ein offenes Wort

Stavropol ist die Landeshauptstadt des Stavropol-Krays, und der Stavropol-Kray liegt unmittelbar neben Tschetschenien. Es gibt jedoch im gesamten Stavropol-Kray keinerlei Gebiete, in denen Kampfhandlungen oder Unruhen sind. Natürlich kann niemand Terrorakte ausschließen, und Beslan liegt auch nicht weit von Stavropol entfernt, aber insgesamt gesehen ist das Risiko eines Terroranschlages in Stavropol nicht höher oder niedriger als in Moskau, London oder New York.

Allgemeine Sicherheitshinweise

    - Keine Wertsachen und dicke Portmonees sichtbar tragen
    - Taschen geschlossen halten
    - Kreditkarten und Bargeld separat aufbewahren
    - Kein Geld schwarztauschen
    - Offizielle Taxis benutzen und keine Privatautos anhalten
    - Keine Taxis benutzen, die nicht von Russen gefahren werden
    - Nicht in die Lokale reingehen, die dubios erschienen

Mafia

Russland wird in westlichen Medien allgemein viel gefährlicher dargestellt, als es tatsächlich ist. Es ist halt bequemer ein Klischée zu befriedigen als wahrheitsgemäß zu berichten. Erstaunlicherweise fliegt man bedenkenlos nach New York oder Chicago, fühlt sich aber bei einer Russlandreise stark gefährdet. Die Mafia ist in Russland nicht mehr oder weniger vorhanden wie in Hamburg, Frankfurt oder Köln. Korruptes und nicht korrektes Verhalten von Polizei, Taxifahrern oder anderen hat nichts mit Mafia zu tun. Die wirkliche und echte Mafia hat mit Touristen überhaupt nichts am Hut. Wer sich normal verhält und die allgemeinen Sicherheitsregeln beachtet, braucht nicht mehr oder weniger Angst zu haben, als wenn er einen Trip nach Rom macht. In Russland wird auf den Straßen nicht geschossen, und die Wahrscheinlichkeit, ausgeraubt oder bestohlen zu werden, ist nicht größer als in Köln. Zudem ist Stavropol ein altes Kosaken-Gebiet, und die Kosaken bilden bis heute eine Art Schutzorganisation vor Kriminalität. Zwar nur bezogen auf Einheimische, aber letztendlich profitieren auch Touristen davon.

Besondere Warnung: Mineralnye-Vody

Es muss leider jedoch ausdrücklich vor korrupten Behörden und offensichtlich mit ihnen zusammen arbeitenden Taxifahrern in Mineralnye-Vody gewarnt werden. Die Miliz dort scheint aufgrund vieler Reiseberichte in diversen Foren nicht korrekt zu sein. Auch in englischen Reiseberichten über Fahrten zum Elbrus wird bis heute ausdrücklich davor gewarnt. Es wird z.B. von sogenannten “Schwarzen Sheriffs” berichtet, die darauf achten ob Touristen von Privatleuten abgeholt werden. In solchen Fällen kommen diese Typen an und behaupten, man wäre mit einem falschen Visum eingereist (Touristen- anstatt Besuchervisum), und verlangen dann dafür Geld. Ebenfalls besondere Vorsicht ist auch bei Taxifahrten nach außerhalb von Min-Vody anzuraten. Uns sind persönlich Fälle bekannt, wo Taxifahrer bei Fahrten von Min-Vody nach Stavropol während der Fahrt ein erheblich höheres Fahrgeld velangen, bei Androhung, das wenn nicht gezahlt wird, man irgendwo in der Steppe ausgesetzt wird.

Taxis

Taxis sind allgemein sicher und ohne Probleme. Mit Ausnahme der oben beschriebenen im Gebiet von Mineralnye-Vody. Allerdings sollte auch im Raum Stavropol darauf geachtet werden, nur Taxis zu benutzen, welche von Russen gefahren werden. Das hat nichts mit ethnischen Vorurteilen zu tun, dass sind schlicht und einfach persönliche Erfahrungswerte. Grundsätzlich gilt, das der Fahrpreis vorher auszuhandeln ist. Ist ein Einheimischer dabei, so sollte dieser den Fahrpreis aushandeln. An Feiertagen, sowie bei Regen, Schnee und Nachts muss mit einem höheren Fahrpreis gerechnet werden. Anschnallen ist nicht üblich, kann als Geringschätzung der Fahrkünste des Fahrers angesehen werden. In so einem Fall den Fahrer darauf hinweisen, dass man zu seinen Fahrkünsten Vertrauen hat, aber nicht zu den anderen Autofahrern, die uns entgegen kommen. Der verdutzte Blick, der einem dann entgegen gebracht wird, ist jedesmal köstlich. Frauen sollten sich aus Sicherheitsgründen grundsätzlich immer hinten in das Auto setzen. Sollte ein Taxifahrer während der Fahrt noch jemand anderen mitnehmen wollen, so ist dies entschieden abzulehnen, insbesondere nachts.

Schwarztaxen

Privatwagen, die keine Genehmigung haben und ohne Ortskenntnis besser gemieden werden. Grundsätzlich gilt:  Niemals in ein Schwarztaxi mit fremden Insassen zusteigen, und niemals zulassen, das während der Fahrt weitere Leute in den Wagen einsteigen. In der Regel wird mit dem Fahrer nicht über den Preis verhandelt, sondern lediglich das Ziel genannt. Die Höhe des Entgeltes sollte man wissen oder allenfalls fragen, ob eine gewisse Summe akzeptabel ist und diese passend bereit haben und beim Aussteigen zahlen.

Miliz

Im Umgang mit Vertretern von Behörden (besonders mit Angehörigen der Miliz oder der Armee) grundsätzlich immer zurückhaltend und höflich. Den Reisepass möglichst immer mit sich führen, da die Miliz ständig stichprobenartig die Ausweispapiere kontrolliert. Darauf achten, das die am Flughafen abgestempelte Immigration-Card dabei liegt. Ganz wichtig ist auch der sog. Voucher auf dem unbedingt “Stavropol” angegeben sein muss. :

Damit ist kein Hotel-Voucher für eine Reise- oder Zimmer-Reservierung gemeint, sondern ein zum Visum gehörendes, aber separates Blatt, auf dem das oder die Reiseziele innerhalb Russlands aufgeführt sind. Da der Begriff “Voucher” international eher bei Hotelreservierungen üblich ist, führt das bei Milizkontrollen ständig zu Missverständnissen. Ebenso wird bei Kontrollen nach der Registrierung gefragt werden. Weitere Infos siehe:

Die Gefängnisse in Russland sind sehr gefährlich und ausgesprochen ungemütlich. Dies gilt auch für den Besitz vermeintlich "harmloser" Drogen. Für Besitz von Marihuana gibt es auch für Ausländer 5-7 Jahre Gefängnis.

Niemals offen mit Wodka oder anderen hochprozentigen Getränken in die Öffentlichkeit gehen, dies ist verboten. Wer in kälteren Tagen stark betrunken von der Miliz aufgegriffen wird, muss die Nacht in einer sehr ungemütlichen Ausnüchterungsanstalt verbringen. Das dient übrigens nur zum Schutz vor dem Erfrieren und nicht zur Strafe.

Fotografieren

Fotografieren "strategischer Objekte" (Bahnhöfe, Flughäfen, Brücken, öffentliche Gebäude, militärische Einrichtungen) kann als Spionage ausgelegt werden und ist nach wie vor verboten. Stavropol ist eine wichtige Garnisonsstadt mit zahlreichen militärischen Einrichtungen von Armee, Luftwaffe und Raketentruppen. Das Stadtbild ist geprägt von zahlreichen Soldaten in Uniform, die zu fotografieren ebenfalls verboten ist. Beim Fotografieren ist deshalb unbedingt darauf zu achten, was da tatsächlich ins Bild kommt, um nicht unbeabsichtigt Probleme zu bekommen.

Hotels

Sämtliche Hotels sind ausgesprochen sicher, und werden rund um die Uhr von Sicherheitskräften und Miliz bewacht.

Privatunterkunft

Privatunterkünfte sollten grundsätzlich nur von Ortskundigen gesucht werden, unter Berücksichtigung der individuellen Wünsche des Wohnungs-Suchenden. Details dazu siehe hier:

Bekanntschaften

Wenn man alleine ohne Begleitung unterwegs ist, sollte man wie überall auf der Welt bei neuen Bekanntschaften in Lokalen und auf der Straße vorsichtig sein. Besser neue Bekannte über Freunde kennenlernen. Man sollte sehr vorsichtig sein, wen man in die Wohnung mitnimmt oder wem man seine Adresse gibt. An Fremde lediglich die Telefonnummer weitergeben, weil man sonst nicht weiß, wer abends schon auf einen wartet.

Auf Zetteln in Hotelfluren und anderswo bieten Damen bisweilen ihre Dienste an. Die Versorgung mit Kondomen und deren Gebrauch ist in Rußland noch nicht überall gewährleistet. Sicherer ist es, Kondome mitzunehmen.

Gesundheit

Es sind keine besonderen Impfungen nötig, allerdings lebt im Stavropol-Kray eine bösartige Zeckenart, welche ein höchst gefährliches Virus überträgt. Wer sich draussen im Grünen oder in der Steppe aufhält, sollte entsprechende Garderobe tragen, die insbesondere die Beine vollständig abdeckt. Ansonsten empfiehlt es sich, den Status der Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie. Polio und Hepatitis A zu überprüfen.

Leitungswasser ist an sich nicht kritisch, jedoch sind viele Rohre innen derartig rostig, das es notwendig ist, das Wasser eine geraume Weile laufen zu lassen, bis aus rostbrauner Flüssigkeit klares Wasser geworden ist. Apotheken haben rund um die Uhr jeden Tag auf, die Medikamente sind preisgünstig und ohne Rezept erhältlich.